Aktuell: Max Fiedler, Investment-Berater beim Fonds-Zentrum Nürnberg, hielt am 26.06. wieder zwei spannende Vorträge im Rahmen der WoT-Kompakt Webinar-Reihe:
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Newsletter Juli 2026 (Auszug)
Was die Fußball-WM über Geldanlage verrät — mehr, als Sie denken
Während in den USA, Kanada und Mexiko der Ball rollt, kursieren wieder die üblichen Zahlen: Eine gemeinsame Studie von FIFA und Welthandelsorganisation stellt allein den USA einen BIP-Beitrag von 17,2 Mrd. USD in Aussicht, dazu 30,5 Mrd. USD Bruttoproduktion und rund 185.000 Arbeitsplätze. Klingt nach einem Konjunkturprogramm mit Anpfiff.
Die Wissenschaft sieht das nüchterner — und liefert dabei eine überraschende Pointe. Nicht das Ausrichten zahlt sich aus, sondern das Gewinnen. Der Ökonom Marco Mello hat in seiner Studie "A Kick for the GDP" (Oxford Bulletin of Economics and Statistics, 2024) OECD-Daten aus über 30 Ländern seit 1961 ausgewertet. Sein Befund: Für Gastgeberländer lässt sich kein signifikanter wirtschaftlicher Nutzen nachweisen — weder kurz- noch mittelfristig. Wohl aber für die Sieger.
Methodisch ist das reizvoll: Ein WM-Titel ist kaum vorhersehbar und hängt an Zufällen — der Auslosung, einem Pfostentreffer, einem Elfmeter. Genau das macht ihn für Forscher wertvoll, weil sich Ursache und Wirkung sauber trennen lassen. In der Ökonomie ist das eine Seltenheit.
Der Effekt — und seine Halbwertszeit. Im ersten Quartal nach dem Finale stieg das BIP-Wachstum des Siegerlands um 0,454 Prozentpunkte, im zweiten um 0,683. Im Schnitt: 0,481 Prozentpunkte. Ab dem dritten Quartal war davon nichts mehr übrig — das Wachstum kehrte auf seinen alten Trend zurück.
Bemerkenswert ist der Übertragungsweg: Der Zuwachs kam fast vollständig aus gestiegenen Exporten (plus 5 bis 6 Prozentpunkte), nicht aus mehr Konsum oder Investitionen. Ein Titel macht offenbar die Produkte eines Landes international attraktiver — von Lebensmitteln über Mode bis zu Dienstleistungen.
Und die Ernüchterung. Die Privatbank Coutts hat die letzten sechs Weltmeisterschaften nachgerechnet und Sieger mit Gastgebern verglichen. Ergebnis: kein klares Muster — dreimal lag der Gastgeber vorn, dreimal der Sieger. Auch Mellos Effekt ist statistisch nur schwach abgesichert. Und die Erfahrung mit Mega-Events mahnt ohnehin: Brasilien gab 2014 rund 15 Mrd. USD aus und stand danach mit ungenutzten Stadien da.
Was das mit Ihrem Depot zu tun hat. Hier liegt die eigentliche Lehre. Ein Ereignis, das ein ganzes Land wochenlang elektrisiert, über das jede Zeitung berichtet und das Millionen Menschen emotional bewegt, verschiebt das Bruttoinlandsprodukt um weniger als einen halben Prozentpunkt — für zwei Quartale. Dann ist es vorbei.
An der Börse funktioniert es genauso. Schlagzeilen erzeugen Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit erzeugt Handlungsdruck, und Handlungsdruck kostet Rendite. Was langfristig zählt, sind nicht die Ereignisse, über die alle sprechen, sondern die Fundamentaldaten, über die kaum jemand spricht: Unternehmensgewinne, Kosten, Bewertungen — und die eigene Disziplin.
Oder anders gesagt: Wer sein Depot nach Schlagzeilen ausrichtet, spielt jedes Turnier mit — und gewinnt am Ende keines.
Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Ihre Strategie einmal in Ruhe durchgehen möchten. Ganz ohne Anpfiff.
Quellen: Marco Mello, "A Kick for the GDP: The Effect of Winning the FIFA World Cup", Oxford Bulletin of Economics and Statistics, 2024. Coutts, "The investment implications of the World Cup", Juni 2026.
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Im letzten Newsletter haben wir die Grundzüge des neuen Altersvorsorgedepots vorgestellt: keine Garantiepflicht mehr, staatliche Förderung von bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr, steuerfreies Wachstum in der Ansparphase und mehr Flexibilität bei der Auszahlung. Inzwischen hat auch der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt – das Gesetz ist damit in trockenen Tüchern. Heute schauen wir genauer hin: Was passiert in den kommenden Monaten, bevor das System am 1. Januar 2027 startet?
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